Aktuelle Infos zur Corona-Künstlerhilfe in Bayern:

Das vom bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder angekündigte und vom Ministerrat Ende April 2020 beschlossene Hilfsprogramm für freischaffende Künstlerinnen und Künstler in Höhe von 90 Millionen Euro soll nun mit zusätzlich 50 Millionen Euro und damit einem Finanzvolumen von insgesamt 140 Millionen Euro zur Sicherung des Lebensunterhalts und Kompensation von Honorarausfällen infolge der Corona-bedingten Schließungen von Kultureinrichtungen und Veranstaltungsausfällen aufgelegt werden. Wie von Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Kunstminister Bernd Sibler am 14. Mai mitgeteilt, wird das Hilfsprogramm für Künstlerinnen und Künstler nun für einen erweiterten Kreis der Anspruchsberechtigten umgesetzt: Antragsberechtigt sind freischaffende Künstlerinnen und Künstler mit Hauptwohnsitz in Bayern, wenn sie nach Künstlersozialversicherungsgesetz versichert sind oder nachweisen können, dass sie ihren Lebensunterhalt überwiegend mit erwerbsmäßiger künstlerischer Tätigkeit verdienen, auch wenn sie nicht über die KSK versichert sind, inhaltlich aber die Kriterien der KSK für eine künstlerische Tätigkeit erfüllen. Die Künstlerinnen und Künstler sollen über drei Monate monatlich bis zu 1.000 Euro erhalten, wenn ihre fortlaufenden Einnahmen aufgrund der Corona-Pandemie zur Sicherstellung des Lebensunterhalts nicht ausreichen. Die Anpassung des Programms soll der Lebenswirklichkeit der Künstlerinnen und Künstlern gerecht werden.

Die Online-Antragstellung ist unter diesem Link möglich:
https://www.kuenstlerhilfe-corona.bayern

Für Informationen und Fragen steht eine Hotline zur Verfügung. Die Beratung findet durch das Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der Landeshauptstadt München statt . Sie erreichen Sie unter der Nummer 089 233 289 22. Sie ist von Dienstag bis Freitag zwischen 10 und 13 Uhr erreichbar.

Weitere Informationen finden Sie auch auf:

https://www.stmwk.bayern.de/allgemein/meldung/6461/faq-grundlegendes-zum-hochschulbetrieb-zur-forschung-und-zum-kulturellen-leben.html

Zudem können wir Ihnen ergänzende Informationen bezüglich der Hilfsprogramme zusenden:

1. Förderung von soloselbständigen Künstlerinnen und Künstlern ohne eigene Betriebsstätte: „Künstlerhilfsprogramm Plus“
Das Künstlerhilfsprogramm des Kunstministeriums soll um 50 Millionen Euro erhöht werden und so zu einem „Künstlerhilfsprogramm Plus“ erweitert werden. Insgesamt sind für das Programm jetzt 140 Millionen Euro vorgesehen. Nun sollen über das Künstlerhilfsprogramm Plus soloselbständige Künstlerinnen und Künstler ohne eigene Betriebstätte sowie diejenigen, die ihren Lebensunterhalt überwiegend mit erwerbsmäßiger künstlerischer Tätigkeit bestreiten und die durch die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Einnahmeausfälle in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, eine finanzielle Soforthilfe erhalten. Eine Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse ist damit kein Muss mehr. Die Adressaten des Programms müssen ihren Hauptwohnsitz in Bayern haben. Damit erfasst das erweiterte Programm auch die Künstlerinnen und Künstler, die aus verschiedenen Gründen nicht Mitglieder der KSK werden können, etwa punktuell beschäftigte Schauspielerinnen und Schauspieler. Geplant ist die Unterstützung im Zeitraum von Mai bis September 2020 für bis zu drei aufeinander folgende Monate. Die Hilfen umfassen je nach Verdienstausfall bis zu 1.000 Euro pro Monat. Der Online-Antrag für das erweiterte Programm steht in der kommenden Woche auf der Webseite des Kunstministeriums zur Verfügung. „Mit der Erweiterung des Künstlerhilfsprogramms zum Künstlerhilfsprogramm Plus setzen wir ein Zeichen der Wertschätzung für unsere Künstlerinnen und Künstler. Wir haben Rückmeldungen ernst genommen, gehandelt und können nun noch mehr Kunstschaffenden Unterstützung anbieten“, so Sibler.

2. Förderung von soloselbständigen Künstlerinnen und Künstlerin mit eigener Betriebsstätte: „Soforthilfe Corona“
Kleinere Unternehmer und Freiberufler sowie Kulturveranstalter fördert das Wirtschaftsministerium zur Abwendung einer Existenzgefährdung über die „Soforthilfe Corona“ mit Beträgen von 9.000 Euro bis 50.000 Euro. Dieses Programm, das zusätzlich zum Kultur-Rettungsschirm läuft, steht auch freiberuflichen Künstlerinnen und Künstlern sowie Kulturvermittlern offen, soweit sie eine eigene Betriebsstätte und betriebsbedingte Ausgaben haben. Eingeschlossen sind auch gemeinnützige, am Markt tätige Einrichtungen auch im kulturellen Sektor.

 3. Faire und gerechte Lösungen bei Honorarausfällen
Die Bayerische Staatsregierung sorgt auch für faire und gerechte Lösungen bei Honoraren für Auftritte und Einsätze, die aufgrund der Pandemie nicht zustande gekommen sind. Wer bei staatlichen Einrichtungen ein Engagement hatte, kann auch bei coronabedingter Absage mit einem Ausfallhonorar rechnen. Dabei orientiert sich das Kunstministerium an den Regelungen des Bundes.

4. Stabilisierungsprogramm für kulturelle Spielstätten und nichtstaatliche Kunst- und Kultureinrichtungen
Die bereits vorhandene Nothilfe des Bundes und des Freistaates soll um ein Stabilisierungsprogramm für Spielstätten im Kulturbereich ergänzt werden. Dafür sind rund 30 Millionen Euro eingeplant. Es ist davon auszugehen, dass die Rahmenbedingungen langfristig für Spielstätten in Bayern schwierig sein werden, denn die Krise wird länger fortbestehen, als die Nothilfeprogramme andauern. Mit einer Förderung bis zum Ende des Jahres will die Staatsregierung deshalb bis zu 700 kleinere und mittlere Spielstätten im Bereich Theater, Kleinkunst, Musik und Kabarett langfristig unterstützen und so durch die Krise helfen. Hinzu kommen weitere Millionen für rund 260 Kinos und Filmproduktionen in der Zuständigkeit des bayerischen Digitalministeriums. Mit insgesamt zehn weiteren Millionen Euro werden zudem durch das Kunstministerium geförderte nichtstaatliche Kunst- und Kultureinrichtungen einschließlich der Sing- und Musikschulen, die von Einnahmeausfällen aufgrund der der Corona-Pandemie betroffen sind, gefördert.

5. Programm Laienmusik
Der Freistaat will auch den Erhalt vieler Musikvereine als Teil der bayerischen Kultur in der Krise unterstützen. Dafür sind im Programm Laienmusik rund 10 Millionen Euro eingeplant.

 6. Förderung von Projektträgern und Institutionen im Kulturbereich
Das Kunstministerium kommt den Projektträgern und Institutionen im Kulturbereich mit mehreren Maßnahmen entgegen: Es unterstützt eine Vielzahl von kulturellen Projekten in Bayern. Ziel ist, in laufenden Förderverfahren des Ministeriums (Musik, Theater, Festivals) bei coronabedingten Absagen faire und gerechte Lösungen zu finden – etwa dadurch, dass der Förderzeitraum verschoben oder die Durchführung neuer digitaler Formate berücksichtigt wird und Härtefälle individuell geprüft werden. Das gilt für rund 800 Förderungen mit einem Volumen von 150 Millionen Euro pro Jahr.